Ich arbeite, also bin ich nicht

Employee Engagement

Focus.de fasst einige Ergebnisse des Engagement Index 2008 von Gallup Deutschland zusammen. Demnach fühlen sich 87% der deutschen Arbeitnehmer ihrem Arbeitsplatz nicht verpflichtet. Sie arbeiten, aber sie leben nicht wirklich. Fällt mir beim lesen der Kommentare etwas auf? Ja, vor allem, dass die Arbeitnehmer ihren Zorn und Verdruss auf das falsche Objekt richten.

Leute die sich über ihr Gehalt beklagen täuschen sich selber, denn sie haben sich freiwillig für den jeweiligen Job entschieden. Leute die "soziale Verantwortung" beim Arbeitgeber vermissen, vergessen warum sie selber nicht Arbeitgeber oder selbständig sind. Leute die motiviert sind, aber vom Arbeitgeber nicht mehr eingebunden werden, sind offenbar nicht motiviert genug um zu kündigen. Leute die sagen, dass in den Führungsetagen purer Egoismus und Dummheit herrscht, wissen nicht, dass Egoismus eine Tugend ist, und Dummheit niemals der Grund dafür sein kann, dass ein Unternehmen besteht.

Interessant ist auch die Meinung von Marco Nink, Strategic Consultant bei Gallup Deutschland:

Vielmehr sind die Ursachen für den relativ geringen Anteil emotional hoch gebundener Arbeitnehmer in Deutschland hausgemacht und gehen auf Defizite in der Personalführung zurück.

Aha, die Personalführung ist also dafür verantwortlich, dass Menschen einer Beschäftigung nachgehen die sie glücklich macht? Wofür ist dann der Mensch verantwortlich? Diejenigen die erwarten, dass andere für sie zu sorgen haben, sind Möchtegern-Tyrannen. Wer nicht selber für sich sorgen will oder kann, plädiert dafür, ein Recht zu haben andere für sich zu verpflichten. Wo kommt diese Vorstellung her? Abgesehen vom Spiel der Personalführung, gibt es in Deutschland einfach sehr viele indoktrinierte Sozialisten, die sich dessen nicht bewußt sind. Darin liegt der Hauptgrund dafür, dass in den Köpfen deutscher Arbeitnehmer der Arbeitgeber zum Feind gemacht wird. Employee Engagement wird zu Employee retaliation. Das ist ungefähr so, als ob ein Kind seiner Mutter (dem Versorger) in den Bauch tritt.